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Sonntag 24.09.2017
 
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LJV Thüringen > Wildbewirtschaftung

Wildbewirtschaftung

IG Muffelwild

IG Damwild

Damwild zählt zu den Schalenwildarten, die nachhaltig sehr gut nutzbar sind. Diese Wildart ist robust, kaum krankheitsanfällig, passt sich gut in der Kulturlandschaft an, verursacht unerheblichen Wildschaden bei einem vernünftig bewirtschafteten und ökologisch vertretbaren Bestand in entsprechender Altersklassenstruktur.

Die IG Damwild befasst sich mit der artspezifischen Bezeichnung, der Herkunft, der Entwicklung, der Merkmale und dem jagdlichen Aspekt. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der IG Damwild: www.damwild.info/cms/

Schalenwildbewirtschaftung

In Thüringen werden auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen und einer vom Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt erlassenen Verordnung die Schalenwildarten Rotwild, Damwild, Muffelwild und Rehwild bewirtschaftet. Der Hege und fachgerechten Bejagung des Schwarzwildes widmet die Thüringer Jägerschaft ebenso große Aufmerksamkeit. Für die Wildarten Rot-, Dam- und Muffelwild wurden gem. „Thüringer Verordnung zur Festlegung von Einstandsgebieten für das Rot-, Dam- und Muffelwild“ Hochwildbewirtschaftungsgebiete ausgewiesen.

Vorrangige Aufgabe des Jägers ist es, dazu beizutragen, dass die Schalenwildbestände auf eine lebensraumverträgliche Höhe reguliert werden und dabei artgerechte, wildartenspezifische Sozialstrukturen erhalten bleiben bzw. wieder hergestellt werden. Hierunter ist vor allem die Gliederung der Wildbestände hinsichtlich des Anteils der Geschlechter sowie der Verteilung der Altersklassen im verbleibenden Bestand zu verstehen. Ziel ist es, naturnahe Strukturen zu erreichen.

Wichtig bei der praktischen Umsetzung dieser Zielstellungen sind arbeitsfähige Hegegemeinschaften, die bestimmte Lebensräume des Schalenwildes umfassen und für die im Freistaat Thüringen eine Pflichtmitgliedschaft besteht. Diese Hegegemeinschaften sollen eine großräumige, einheitliche Bewirtschaftung der Schalenwildarten in Thüringen, entsprechend ihrer artspezifischen Lebensansprüche ermöglichen. Sie tragen eine hohe Verantwortung für die Bewirtschaftung der Hochwildarten Rotwild, Damwild und Muffelwild. Zur besseren Koordinierung aller die jeweilige Wildart betreffenden fachspezifischen Aufgaben und Ziele, sowie zur Gewährleistung einer engen Verbindung von Jagdwissenschaft, Wildforschung und Jagdpraxis haben sich in Thüringen überregionale Zusammenschlüsse der Hegegemeinschaften für die jeweilige der o. g. Schalenwildarten etabliert. Im „Thüringer Rotwildring Rennsteig – Vorderrhön“, in der "Interessengemeinschaft Muffelwild Thüringen e. V." und in der „Interessengemeinschaft Damwild Thüringen" haben sich die Hegegemeinschaften innerhalb der Bewirtschaftungsgebiete der jeweiligen Wildart zusammengefunden und stimmen strategische Ziele sowie Maßnahmen der artspezifischen Wildforschung untereinander ab bzw. treten für deren Verwirklichung und Umsetzung ein.

Das flächendeckend in Thüringen vorkommende Rehwild wird in Niederwild-Hegegemeinschaften auf Ebene der Landkreise,  nach einheitlichen Gesichtspunkten bewirtschaftet.
In Verbindung mit besonderen Anlässen werden die alljährlichen Trophäenschauen (Hegeschauen) oder ähnliche Präsentationen durchgeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die alle zwei Jahre auf Landesebene im Rahmen der Messe „Reiten – Jagen – Fischen“ durchgeführte Bewertung und Ausstellung der Spitzentrophäen, nach den für die jeweilige Wildart international gültigen Bewertungsmaßstäben, ist immer ein Höhepunkt.

Niederwildbewirtschaftung

Bedingt durch verschiedenartige geologische und morphologische Verhältnisse vereint Thüringen auf kleinstem Raum unterschiedlichste Landschafts- und Biotoptypen. Rund 950 000 ha dieser Lebensräume sind Niederwildjagdbezirke mit den Charakterwildarten Feldhase, Jagdfasan, Stockente, Rebhuhn, Reh und anderer jagdbarer Arten. Diese reiche Artenvielfalt gilt es, nachhaltig zu erhalten. Dafür setzt sich der Fachausschuss Niederwildbewirtschaftung, unterstützt von den Jägerinnen und Jägern und naturverbundenen Bürgern, entschlossen ein. Die Hegegemeinschaften in den Niederwildjagdbezirken tragen eine besondere Verantwortung.

Auch in Thüringen haben sich für viele Tierarten die Lebensbedingungen in der freien Landschaft durch vielfältige Ursachen verschlechtert. So hat besonders der Feldhasenbesatz einen Rückgang erfahren. Mit einem langfristig angelegten, wissenschaftlichen Untersuchungsprogramm zum Feldhasen und Rebhuhn verfolgen der LJVT und die Landesforstverwaltung das Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Lebensräume. Die Artenvielfalt in der Thüringer Agrarlandschaft zu erhalten, erfordert viele Mitstreiter. Gefragt sind die Landeigentümer und Landnutzer, ebenso wie alle am Naturschutz interessierten Bürger.

Die Jägerschaft verfolgt dabei auch das Ziel, ein Wildtier- und Lebensraumkataster zu erstellen und es ständig zu aktualisieren. Mit landschaftsgestalterischen Maßnahmen werden die Lebensräume für Flora und Fauna verbessert. Durch verstärkte Bejagung von Beutegreifern , wie z. B. den Fuchs werden Gefahren für Jungwild zurückgedrängt. Die Thüringer Jägerschaft hat ihre Bereitschaft bekundet, bei Gefährdungen einzelner jagdbarer Wildarten, zeitweilig und freiwillig auf die Bejagung derselben zu verzichten.