Jägerschaft leistet entscheidenden Beitrag zum Monitoring
Neues Wolfsterritorium „Altenburg“: Im Altenburger Land konnte erstmals ein eigenes Wolfsterritorium nach bundesweit gültigen Monitoringstandards bestätigt werden. Über mehrere Monate wurden mindestens zwei zusammenziehende Wölfe nachgewiesen. Das neue Territorium trägt den Namen „Altenburg“ (ABG) und erstreckt sich nach derzeitigen Erkenntnissen auf Thüringer Seite vom Leinawald über Gößnitz bis nach Göpfersdorf. Es handelt sich um ein länderübergreifendes Territorium mit Sachsen, dessen Ausdehnung durch intensiveres Monitoring weiter präzisiert wird.
Starke Rolle der Thüringer Jägerschaft – ausgebildeter Wolfsbeauftragter zeigt vorbildlichen Einsatz
Der Landesjagdverband Thüringen begrüßt ausdrücklich die enge Zusammenarbeit zwischen örtlichen Behörden, Landwirtschaft und Jagd. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz eines ausgebildeten Wolfsbeauftragten aus der Region, der über viele Monate hinweg kontinuierlich wertvolle Monitoringarbeit geleistet hat.
Seine Fachkenntnis führte bereits im Sommer 2025 zu einem wichtigen Erfolg:
Im Rahmen eines vermuteten Rissgeschehens im Leinawald dokumentierte er den Fall professionell, sicherte Proben und leitete diese zur genetischen Analyse weiter. Das Ergebnis bestätigte einen männlichen Wolf (GW4980m), der zuvor in Sachsen nachgewiesen worden war. Dieser erste genetisch saubere Nachweis unterstreicht die Wirksamkeit der neuen Ausbildungsgänge für Wolfsbeauftragte.
LJVT-Präsident Ludwig Gunstheimer:
„Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Einbindung der Jägerschaft in das Wolfsmonitoring ist. Unsere Mitglieder sind täglich in der Fläche unterwegs, besitzen Ortskenntnis und können Funde fachgerecht sichern. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur sachlichen Bewertung des Wolfsgeschehens in Thüringen.“
Monitoring wird weiter intensiviert
In Abstimmung mit den Behörden im Altenburger Land sollen künftig verstärkt Fotofallen eingesetzt werden, um Bewegungsmuster und Schwerpunktaufenthaltsgebiete besser zu erfassen. Die Bereitschaft der regionalen Jäger und Landnutzer zur aktiven Mitarbeit wird ausdrücklich begrüßt.
Ab Januar 2026 steht zudem eine neue landesweite Melde-App für Wolf- und Luchs-Hinweise zur Verfügung, wie das KWBL mitteilt.
Schulungen für Jäger – Ausbau regionaler Kompetenz
Für das Frühjahr 2026 plant das Kompetenzzentrum Wolf-Biber-Luchs gemeinsam mit dem LJVT weitere Schulungen für interessierte Jägerinnen und Jäger. Schwerpunkt wird die sichere Erkennung von Rissbildern und die fachgerechte Probenentnahme sein, um Bewertungen direkt vor Ort zu verbessern und zu beschleunigen.
Hinweise zum Verhalten gegenüber Wölfen
Für Menschen geht vom Wolf grundsätzlich keine Gefahr aus. Er meidet normalerweise den Kontakt. Bei auffälligem Verhalten gilt:
– ruhig bleiben
– langsam zurückziehen
– laut ansprechen, um sich bemerkbar zu machen.
Wichtige Kontakte für Meldungen
Auffällige Beobachtungen, verletzte oder getötete Nutz- oder Wildtiere sowie Sichtungen bitte direkt an das KWBL melden:
📞 0361 573 941 941 (täglich 08:00–17:00 Uhr)
📧 kompetenzwbl@tmuenf.thueringen.de
