Neujahrsempfang des Landesjagdverbandes Thüringen 2026

Neujahrsempfang 2026

Neujahrsempfang 2026 des Landesjagdverbandes Thüringen

Starker Auftakt ins neue Jahr mit klaren jagdpolitischen Positionen und intensivem Austausch

Am 10. Februar 2026 lud der Landesjagdverband Thüringen e. V. (LJVT) zu seinem traditionellen Neujahrsempfang in das Gasthaus Hubertus in Erfurt ein. Rund 80 Gäste aus Politik, Verwaltung, befreundeten Verbänden sowie die Vorsitzenden und Schatzmeister der Thüringer Jägerschaften folgten der Einladung.

Der gut gefüllte Saal bot den passenden Rahmen für persönliche Begegnungen, fachlichen Austausch und eine klare Standortbestimmung der Thüringer Jägerschaft zu aktuellen jagd-, forst- und naturschutzpolitischen Themen.

Begrüßung durch Präsident Ludwig Gunstheimer:

Klare Erwartungen an die Politik

 

In seiner Ansprache stellte Ludwig Gunstheimer zentrale landespolitische Vorhaben vor und ordnete sie aus Sicht der Jägerschaft ein.

Zu aktuellen Gesetzgebungsvorhaben bezog der Landesjagdverband Thüringen klar Stellung:

Der Wegfall der bislang alle drei Jahre zu erstellenden forstlichen Gutachten im Haushaltsbegleitgesetz 2026/27 wird als sinnvoller Beitrag zum Bürokratieabbau ausdrücklich begrüßt. Kritisch sieht der Verband hingegen die geplanten Änderungen zur Weiterentwicklung der Landesforstanstalt, insbesondere erleichterte Kreditaufnahmen im Zusammenhang mit Windenergieprojekten, da die Kernaufgabe der Forstwirtschaft in Waldbau und nachhaltiger Bewirtschaftung liege und nicht in der Energieerzeugung.

Zustimmung findet das Erste Thüringer Entlastungsgesetz mit seinen praxisnahen Digitalisierungsschritten wie digitalen Streckenlisten sowie dem Einsatz moderner Technik und künstlicher Lichtquellen zur effizienteren und tierschutzgerechten Jagdausübung. Bei der Kormoranverordnung fordert der LJVT hingegen rechtssichere und praktikable Regelungen, während die vollständige Befreiung geprüfter Jagdgebrauchshunde von der Hundesteuer in Erfurt ausdrücklich als Anerkennung ihrer Leistung begrüßt wird.

Neujahrsempfang 2026 - Gemeinsame Verantwortung von Jagd, Landwirtschaft und Waldbesitz

Der Präsident unterstrich die enge Partnerschaft mit der Landwirtschaft – etwa beim gemeinsam mit dem Thüringer Bauernverband erreichten Erhalt der ASP-Prämie. Jäger und Bauern stünden nicht nur bei Demonstrationen, sondern insbesondere im praktischen Einsatz Seite an Seite – im Kampf gegen Tierseuchen und für den Erhalt funktionierender Lebensräume.

Auch die Belange der Waldbesitzer würden konsequent berücksichtigt: Gutes jagdliches Handwerk bedeutet weit mehr als den Schuss – es umfasst Lebensraumgestaltung, Wildbiologie und präventiven Schutz vor Wildschäden.

 

Grußworte aus Politik und Partnerorganisationen

Im Anschluss richteten Dr. Schäfer (in Vertretung von Minister Tilo Kummer, TMUENF), Vertreter von ThüringenForst sowie Repräsentanten aus Politik und Thüringer Bauernverband ihre Grußworte an die Versammlung.Sie hoben übereinstimmend hervor:

  • die zentrale Rolle der Jägerschaft beim Waldumbau hin zu klimaresilienten Beständen
  • ihre Bedeutung für Tierseuchenprävention und Wildtiermonitoring
  • ihren Beitrag zur Umweltbildung und zum Naturschutz
  • sowie die Verantwortung der Jägerinnen und Jäger für Hege, Pflege und nachhaltige Nutzung unserer Kulturlandschaft

 

Die Jagd werde – insbesondere im ländlichen Raum – als unverzichtbarer Bestandteil verantwortungsvoller Landnutzung anerkannt.

 Aktives Management statt Schwarz-Weiß-Debatte

Den fachlichen Schwerpunkt des Tages setzte Friedrich Noltenius (Wolfszone) mit seinem Vortrag

„Wölfe – nicht nur in Thüringen: Aktives Management zugunsten von Wolf, Weidetierhaltung und Natur“.

Sein zentrales Anliegen:

➡️ Die Rückkehr des Wolfes ist Realität – entscheidend ist der praktische Umgang damit.

Kernaussagen des Vortrags (kompakt):

  • der Wolf ist seit seiner Rückkehr auf eine vom Menschen intensiv genutzte Kulturlandschaft getroffen – nicht auf unberührte Wildnis
  • Nutztierschäden nehmen trotz Herdenschutzmaßnahmen vielerorts deutlich zu, besonders problematisch sind schwer zu schützende Tierarten wie Rinder oder Pferde
  • der günstige Erhaltungszustand der mitteleuropäischen Wolfspopulation gilt wissenschaftlich als erreicht
  • daher eröffnen europäische und nationale Rechtsentwicklungen künftig mehr Handlungsspielräume für ein regional angepasstes Management
  • Ziel müsse ein Gleichgewicht zwischen Artenschutz und Weidetierhaltung sein – beides gleichrangige Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes
  • notwendig seien praktikable rechtliche Rahmenbedingungen, um bei schadensverursachenden Wölfen zeitnah handeln zu können
  • eine flächendeckende Bejagung sei ebenso wenig sinnvoll wie ein rein passives Dulden von Schäden, gefragt sei ein differenziertes, verantwortungsvolles Vorgehen

Sein Fazit fand breite Zustimmung im Saal:

Beim Thema Wolf geht es nicht um Ideologie, sondern um ein kluges, praxistaugliches Miteinander.

Austausch und Vernetzung

Neben den fachlichen Impulsen blieb ausreichend Raum für Gespräche. Der Neujahrsempfang zeigte erneut seine Bedeutung als Plattform für:

  • den Dialog zwischen Jagd, Politik und Landnutzern
  • die Abstimmung gemeinsamer Positionen
  • sowie die Pflege gewachsener Partnerschaften
Fazit – Der Neujahrsempfang 2026 machte deutlich:

Die Thüringer Jägerschaft versteht sich als aktiver Gestalter einer nachhaltigen Kulturlandschaft – nicht nur als Nutzer, sondern als Verantwortlicher für Wild, Wald und Menschen.

Die politischen Rahmenbedingungen verändern sich, sei es bei Digitalisierung, Seuchenbekämpfung, Forstpolitik oder im Umgang mit dem Wolf. Der Landesjagdverband Thüringen wird diese Entwicklungen weiterhin konstruktiv begleiten – kritisch, sachlich und lösungsorientiert.

Ein gelungener Auftakt ins neue Jahr mit klaren Botschaften, intensiver Vernetzung und dem gemeinsamen Ziel, Jagd als unverzichtbaren Bestandteil von Natur-, Arten- und Landschaftsschutz weiter zu stärken.

Weidmannsheil!

Wölfe nicht nur in Thüringen 1

Wölfe nicht nur in Thüringen 2

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