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Beizjagd stärken – Fachverstand vor Ideologie

Die Beizjagd – wurde 2010 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Diese internationale Anerkennung verpflichtet. Sie macht deutlich: Beizjagd ist keine Randerscheinung, sondern eine historisch gewachsene, kulturell verankerte und fachlich hochanspruchsvolle Form der Jagdausübung.

Beizjagd stärken: Im Austausch im TMUENF, im Ressort Jagd und Artenschutz, haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Falknerorden (DFO) und dem Verband Deutscher Falkner (VDF) die berechtigten Interessen der Beizjäger mit klarer Haltung vertreten. Unsere Argumente waren sachlich, wildbiologisch fundiert und frei von ideologischen Schlagworten.

Im Mittelpunkt standen praxisgerechte Haltungsbedingungen für Greifvögel sowie fachlich fundiert begründete Jagdzeiten. Dabei wurde deutlich, dass seitens des Amtes weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der konkreten Anforderungen an die Haltung bestehen. Teilweise werden Forderungen und Auflagen diskutiert, die sich an Maßstäben orientieren, wie sie für zoologische Einrichtungen gelten.

Eine solche Gleichsetzung verkennt jedoch grundlegend den Unterschied zwischen der aktiven Führung eines Jagdgreifvogels und der dauerhaften Ausstellungshaltung in einem Zoo. Wer hier pauschal überträgt, reguliert an der Praxis vorbei.

Zudem wurde deutlich, dass von Mitarbeitenden des Amtes teilweise Bezug auf veraltete Gesetze und Verordnungen genommen wird. Hohe Anforderungen, die im Thüringer Naturschutzgesetz seit der Novellierung 2019 nicht mehr enthalten sind, werden weiterhin als Maßstab herangezogen. Ebenso bleibt unberücksichtigt, dass seit 2024 ein neues, aktualisiertes Haltegutachten gilt, das die aktuellen fachlichen Standards definiert.

Gerade in diesen Fragen zeigt sich, ob politische Entscheidungen auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen – oder ob sie sich von Stimmungen treiben lassen.

Die Beizjagd ist eine der ursprünglichsten und selektivsten Jagdformen überhaupt. Sie steht für nachhaltige Nutzung, für intensive Ausbildung, für täglichen praktischen Tierschutz und für unmittelbare Verantwortung gegenüber Wild und Greifvogel. Ziel allen Handelns muss dabei stets sein, die anvertrauten Vögel möglichst schadfrei zu halten – durch fachkundige Haltung, kontinuierliche Beobachtung, angepasste Trainingsmethoden und verantwortungsbewussten jagdlichen Einsatz. Wer diese Jagdform regulieren will, muss ihre Praxis verstehen. Jagdpolitische Entscheidungen dürfen niemals ideologisch motiviert sein. Sie müssen sich zwingend an wildbiologischen Erkenntnissen orientieren.

Die Praktiker vor Ort – Revierinhaber, Jäger und Beizjäger – verfügen über ein Erfahrungswissen, das kein Schreibtisch ersetzen kann. Sie beobachten Wildbestände über Jahre und Jahrzehnte. Dieses Wissen ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage, wenn es um tragfähige und rechtssichere Regelungen geht.

Als Landesjagdverband machen wir deutlich:

Wer Jagdpolitik gestaltet, muss die Fachleute einbinden. Wer Artenschutz ernst nimmt, muss die Praktiker anhören. Und wer Kulturerbe bewahren will, darf es nicht durch fachlich unbegründete Einschränkungen aushöhlen.

Wir setzen darauf, dass die zuständige Behörde die vorgetragenen Argumente sorgfältig prüft und praxisnahe, wildbiologisch begründete Entscheidungen trifft. Alle Beteiligten hoffen auf eine sachorientierte Lösung, die dem hohen fachlichen Anspruch der Beizjagd ebenso gerecht wird wie den Anforderungen des Tier- und Artenschutzes.

Jagd ist facettenreich – und diese Vielfalt ist Stärke, nicht Problem.

Wir stehen geschlossen an der Seite unserer Mitglieder und Partner und werden auch künftig dafür sorgen, dass wildbiologische Vernunft Vorrang vor ideologischer Symbolpolitik hat.

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