ein Beitrag von Silvio Anders
Rehkitzrettung 2026 – Tierschützer stehen in den Startlöchern
Über 6.000 Kitze haben die Kitz-Rettungsteams des Landesjagdverband Thüringen e.V. im vergangenen Jahr mit der Wärmebilddrohne auf den Wiesen und Feldern des Verbandsgebietes thüringenweit ausfindig machen können und somit auch vor einem möglichen Mähtod retten können.
„Sofern das Wetter sich in den kommenden Tagen weiterhin stabilisiert, werden die Landwirte auch ausfahren, um die Grünlandflächen zu mähen“, weiß Drohnenpilot Stefan Wolfram aus Erfahrung.
Für die Drohnenteams beginnt mit der anstehenden Wiesenmahd dann auch die Hochsaison. Der Landesjagdverband Thüringen e.V. hält an 11 Standorten in Thüringen mehrere Drohnenteams vor, welche von den Mitgliedern abgerufen werden können. Leistungsstarke Drohnen, in Kombination mit Wärmebildkameras helfen effektiv bei der Kitzrettung. Während handgeführte Wärmebildkameras den Bestand seitlich erfassen, ermöglichen Drohnen das Aufspüren von oben. Dies erhöht die Trefferquote, vor allem in dichten, hohen Aufwüchsen, wie sie bei der Heumahd üblich sind. An heißen Tagen ist es sinnvoll, die Flächen sehr früh am Morgen abzufliegen, wenn sich die Körpertemperatur des Tieres noch deutlich von der Umgebungstemperatur unterscheidet.
Rehkitzrettung 2026 – Verpflichtung und Ehrensache
„Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“ (§ 17 Nr.1 TierSchG) Ansprechpartner, insbesondere für die Landwirte, sind in erster Linie die Jäger vor Ort.
Die Partnerinformation des LJVT an die Mitglieder des Thüringer Bauernverband (TBV) finden Sie >>>hier <<<
Aufgrund des Regens der letzten Tage sei die Vegetation in diesem Jahr nochmal in Schwung gekommen, die Ricken hingegen brächten ihre Kitze eher an wärmeren Tagen zur Welt. Wenn die Temperaturen in der nächsten Woche weiterhin steigen, erwarten die Drohnenteams daher die ersten Einsätze, so Wolfram.
Im vergangenen Jahr habe die Hochphase zwischen dem 11.05. und 24.06. gelegen. „Da haben wir an einem Tag mal neun Kitze gerettet“, so das Mitglied des Vorstandes des Kreisjagdverband Weimar Weimarer Land e.V..
Dann heißt es für die Kitzretter wieder früh aufstehen, denn um die ganzen Flächen zu durchsuchen, müssen die Helfer oft schon um 4.30 Uhr auf dem Feld stehen.
Unsere Empfehlung:
Wir empfehlen generell, das Grünland möglichst von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen zu mähen. Das ermöglicht Rehen, Feldhasen oder Fasanen während der Mahd in die anliegenden Feldraine zu flüchten, ohne dabei den Schutz des hohen Grases verlassen zu müssen.
Im Internet gibt es dazu viele weitere Informationen, unter anderem bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL). Darüber hinaus erklärt ein in Zusammenarbeit mit den Organisationen erstelltes Video anschaulich, was bei der Mahd zu beachten ist. Die Organisationen sehen weiterhin einen hohen Bedarf für Forschungs- und Innovationsförderung zum Schutz von Wildtieren und fordern die zukünftige Bundesregierung auf, diesem eine hohe Priorität einzuräumen.