Foto Innenraum zu Seminar Nachtjagdtechnik in Mellingen

Fazit Seminar Nachtjagdtechnik in Mellingen

Nachtjagdtechnik: Moderne Technik braucht moderne Ausbildung

Mit 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das Fachseminar des Landesjagdverbandes Thüringen e.V. „Waidgerechte Jagd mit Nachtsicht- und Wärmebildtechnik – Rechtlich. Praktisch. Verantwortungsbewusst.“ am 21. August 2026 in Mellingen sehr gut besucht. Das große Interesse zeigte deutlich, welchen Stellenwert moderne Nachtjagdtechnik inzwischen in der jagdlichen Praxis einnimmt – und wie groß zugleich der Bedarf an fundierter Aus- und Weiterbildung ist.

Als Referent konnte mit Ulrich Menneking ein ausgewiesener Fachmann gewonnen werden. Mit mehr als 35 Jahren Erfahrung im militärischen und zivilen Bereich der Nachtsicht- und Wärmebildtechnik sowie über vier Jahrzehnten jagdlicher Praxis vermittelte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern umfassendes Wissen zu technischen Grundlagen, unterschiedlichen Gerätesystemen und deren Einsatzmöglichkeiten.

Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die rechtlichen Rahmenbedingungen, die sichere Handhabung sowie mögliche Fehlanwendungen und Grenzen der Technik. Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, möglichst viel Technik in der Jagd einzusetzen. Vielmehr stand die Frage im Mittelpunkt, wann ihr Einsatz tatsächlich sinnvoll, sicher und waidgerecht ist.

Können allein reicht nicht

Die Diskussionen während des Seminars machten deutlich: Moderne Nachtjagdtechnik kann die Jagdausübung unterstützen, sie verändert aber zugleich die Bedingungen, unter denen gejagt wird. Entfernungen, Gelände, Kugelfang und Situationen im Umfeld des Wildes können über technische Systeme anders wahrgenommen oder falsch eingeschätzt werden.

Gerade deshalb dürfen Erfahrung, jagdliches Urteilsvermögen und Sicherheitsbewusstsein nicht durch Technik ersetzt werden.

LJVT-Präsident Ludwig Gunstheimer bringt die Position des Verbandes auf den Punkt:

„Moderne Technik kann die Jagd unterstützen, aber sie nimmt uns keine Verantwortung ab. Wer Nachtsicht- und Wärmebildtechnik einsetzt, muss seine Technik sicher beherrschen, ihre Grenzen kennen und jederzeit waidgerecht entscheiden können. Deshalb gehören diese Themen aus unserer Sicht stärker in die jagdliche Aus- und Weiterbildung.“

Nachtjagdtechnik gehört in die Jagdausbildung

Für den Landesjagdverband Thüringen ist deshalb eine Konsequenz besonders wichtig: Der fachgerechte Umgang mit moderner Nachtsicht- und Wärmebildtechnik muss künftig stärker Bestandteil der Jagdausbildung werden.

Dabei ist nicht allein der LJVT gefragt. Auch der Deutsche Jagdverband (DJV) als jagdlicher Dachverband sollte dieses Thema auf Bundesebene fachlich und politisch voranbringen. Wenn moderne Nachtjagdtechnik inzwischen zur Realität in vielen Revieren gehört, muss sich diese Entwicklung auch in zeitgemäßen Ausbildungsinhalten und bundesweit abgestimmten Empfehlungen widerspiegeln.

Darüber hinaus sollte diskutiert werden, wie die einmal erworbene Kompetenz dauerhaft erhalten werden kann. Vergleichbar mit bestehenden Schießnachweisen für bestimmte Jagdformen könnten geeignete Fortbildungsangebote dazu beitragen, Wissen über Technik, Rechtslage, Sicherheit und jagdethische Grenzen regelmäßig aufzufrischen.

Gerade vor dem Hintergrund tragischer Jagdunfälle müssen Ausbildung, Weiterbildung und Prävention an erster Stelle stehen. Der Landesjagdverband Thüringen wird sich deshalb dafür einsetzen, dass die technische Entwicklung nicht schneller voranschreitet als die notwendige Qualifikation der Anwender.

Unser herzlicher Dank gilt Ulrich Menneking für ein fachlich hervorragendes und praxisnahes Seminar sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das große Interesse, die zahlreichen Fragen und den intensiven Austausch.

Unser Fazit: Moderne Technik braucht moderne Ausbildung – für eine sichere, verantwortungsvolle und waidgerechte Jagd.

Impressionen vom Seminar Nachtjagdtechnik in Mellingen

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