Rebhuhn-Brutsaison 2026 im Thüringer Becken eröffnet
Gemeinsam für Artenvielfalt und Niederwildschutz in Thüringen
Mit der symbolischen Eröffnung der Rebhuhn-Brutsaison im Thüringer Becken wurde am Montag nahe Erfurt ein wichtiges Zeichen für den Schutz des Rebhuhns und die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft gesetzt. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd kamen zusammen, um auf die Bedeutung des Rebhuhns als Vogel des Jahres 2026 aufmerksam zu machen.
Thüringens Umweltminister Tilo Kummer eröffnete die Veranstaltung des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projektes „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“. Im Rahmen des Termins wurde an einer rebhuhnfreundlich bewirtschafteten Blühfläche ein Informationsschild aufgestellt und Saatgut zur weiteren Anlage geeigneter Lebensräume übergeben.
Rebhuhn-Brutsaison 2026 - Engagement für eine gefährdete Art
Das Rebhuhn zählt inzwischen zu den stark gefährdeten Arten der offenen Feldflur. Sein Rückgang steht beispielhaft für den Verlust strukturreicher Lebensräume in der Agrarlandschaft. Besonders während der Brutzeit sind störungsarme Rückzugsräume, Blühflächen, Brachen und Feldraine von entscheidender Bedeutung.
Seit mehreren Jahren engagieren sich die Natura 2000-Station Gotha/Ilm-Kreis, der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. sowie die Stiftung Lebensraum Thüringen e.V. gemeinsam mit Landwirten, Jägerinnen und Jägern sowie ehrenamtlichen Kartierenden für den Schutz des Rebhuhns im Thüringer Becken.
Die Stiftung Lebensraum Thüringen, eine Tochter des Landesjagdverband Thüringen, engagiert sich dabei überregional für praxisnahen Artenschutz im Sinne der Jagd und des Niederwildschutzes. Durch die Mitwirkung an Förderprogrammen und Naturschutzprojekten bringt die Stiftung ihre fachliche Expertise gezielt in die Ausgestaltung von Maßnahmen ein, damit diese nicht nur der Biodiversität insgesamt, sondern auch den heimischen jagdbaren Arten zugutekommen.
Alexander Weiß, Obmann für Niederwild im Landesjagdverband Thüringen, betont:
„Der Schutz des Rebhuhns ist gelebte Niederwildhege und aktiver Artenschutz zugleich. Jägerinnen und Jäger bringen sich seit Jahren mit großem ehrenamtlichem Engagement in Monitoring, Lebensraumverbesserung und praktische Maßnahmen ein. Entscheidend ist, dass Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd gemeinsam an Lösungen arbeiten. Nur so können wir unsere Feldflur wieder artenreicher gestalten.“
Zur Halbzeit des Projektes ziehen die Beteiligten eine positive Zwischenbilanz. Vielerorts konnten neue Lebensräume geschaffen und bestehende Strukturen verbessert werden. Gleichzeitig habe sich die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd als tragfähiges Modell erwiesen.
Der Landesjagdverband Thüringen begrüßt ausdrücklich, dass mit der Wahl des Rebhuhns zum Vogel des Jahres 2026 die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen in der heimischen Agrarlandschaft gelenkt wird. Das Rebhuhn steht stellvertretend für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die auf vielfältige und strukturreiche Lebensräume angewiesen sind.