30 Jahre jagdliche Freundschaft: Thüringen und Steiermark feiern Jubiläum beim Vergleichsschießen 2026
Sportlicher Ehrgeiz, gelebtes jagdliches Brauchtum und eine über drei Jahrzehnte gewachsene Freundschaft standen im Mittelpunkt des 30. Vergleichsschießens zwischen Thüringen und der Steiermark. Vom 8. bis 11. Oktober 2026 trafen sich die Schützen beider Landesverbände in Ostthüringen, um ihre traditionelle Begegnung fortzusetzen. Gastgeber war in diesem Jahr der Landesjagdverband Thüringen e.V. (LJVT).
Drei Jahrzehnte gelebte Verbundenheit
Was vor 30 Jahren als sportlicher Vergleich begann, hat sich längst zu einer festen Größe im jagdlichen Veranstaltungskalender beider Regionen entwickelt. Das jährliche Vergleichsschießen verbindet sportliche Höchstleistungen mit persönlicher Freundschaft, gegenseitigem Erfahrungsaustausch und der gemeinsamen Leidenschaft für Jagd und jagdliches Schießen.
Den Auftakt bildete am Donnerstag die offizielle Begrüßung der Gäste aus der Steiermark in Kraftsdorf.
Mit dem traditionellen Beschießen einer Ehrenscheibe und einer Traditionsscheibe wurde das Jubiläum am Freitag gebührend eröffnet. Danach stand der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt. Insgesamt zwölf Schützen, jeweils sechs aus Thüringen und der Steiermark, stellten ihr Können in verschiedenen Kugel- und Flintendisziplinen unter Beweis. Auf dem Programm standen das Schießen mit Kurz- und Langwaffen sowie die Flintendisziplinen Trap, Skeet und Team-Mix.
„30 Jahre Vergleichsschießen sind weit mehr als eine sportliche Tradition. Sie stehen für jagdliche Kameradschaft, gegenseitigen Respekt und die Freude daran, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Natürlich möchte jeder gewinnen, aber mindestens genauso wichtig sind die Freundschaften, die über die vielen Jahre entstanden sind und bis heute gepflegt werden“,
betont Martin Duft, Obmann für jagdliches Schießen im Landesjagdverband Thüringen.
Thüringen sichert sich den Mannschaftssieg
Auch sportlich hatte die Jubiläumsveranstaltung einiges zu bieten. In der Mannschaftswertung setzte sich die Thüringer Auswahl mit insgesamt 2.499 Punkten gegen die Gäste aus der Steiermark mit 2.288 Punkten durch. Damit ging der Gesamtsieg mit einem Vorsprung von 211 Punkten an die Gastgeber.
Besonders stark präsentierten sich die Thüringer in den Kugeldisziplinen. Hier erzielten sie 1.619 Punkte, während die Steirer auf 1.348 Punkte kamen. In den Flintendisziplinen bewiesen hingegen die österreichischen Gäste ihre Treffsicherheit und entschieden diesen Teilwettbewerb mit 940 zu 880 Punkten für sich.
Felix Frey gewinnt die Einzelgesamtwertung
In der Einzelwertung sicherte sich Felix Frey (Bild mitte) aus Thüringen mit hervorragenden 447 Punkten den ersten Platz. Er überzeugte insbesondere mit 282 Punkten in den Kugeldisziplinen und belegte auch dort den Spitzenplatz.
Auf Rang zwei folgte sein Thüringer Mannschaftskamerad Kai Weinrich (Bild links) mit 429 Punkten. Den dritten Platz belegte Daniel Promitzer (Bild rechts) aus der Steiermark mit 416 Punkten, der gemeinsam mit Alexander Niegelhell zudem die Flintenwertung mit jeweils 170 Punkten anführte.
„Unsere Thüringer Mannschaft hat eine geschlossene und überzeugende Leistung gezeigt. Besonders erfreulich ist, dass wir uns in den Kugeldisziplinen deutlich durchsetzen konnten. Gleichzeitig haben unsere Freunde aus der Steiermark beim Flintenschießen einmal mehr ihre Klasse bewiesen. Genau dieser sportliche Wettbewerb auf Augenhöhe macht den besonderen Reiz unserer Begegnungen aus“, so Martin Duft.
Gemeinsam unterwegs – Freundschaft über den Schießstand hinaus
Neben dem sportlichen Vergleich bot das Wochenende ausreichend Gelegenheit, die langjährigen persönlichen Verbindungen zu vertiefen.
Am Samstag lernten die österreichischen Gäste bei einem gemeinsamen Ausflug die Region näher kennen. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch des traditionsreichen August-Horch-Museums in Zwickau sowie ein Abstecher zum legendären Sachsenring, bei dem die Gäste aus der Steiermark interessante Einblicke in die sächsische Automobil- und Motorsportgeschichte erhielten. Den feierlichen Höhepunkt bildete die Abschlussveranstaltung am Samstagabend im Hotel zur Burg in Posterstein. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Einzel- und Mannschaftswertungen ausgewertet, die erfolgreichen Schützen geehrt und die vergangenen drei Jahrzehnte gemeinsamer jagdlicher Tradition gewürdigt.
Auch LJVT-Präsident Ludwig Gunstheimer unterstrich die besondere Bedeutung der länderübergreifenden Verbindung:
„Drei Jahrzehnte jagdliche Freundschaft zwischen der Steiermark und Thüringen sind ein beeindruckendes Zeichen gelebter Verbundenheit. Unsere Begegnungen zeigen, dass die Jagd Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammenführt. Uns verbinden nicht nur gemeinsame Traditionen und Werte, sondern auch die Verantwortung für eine waidgerechte und zukunftsfähige Jagd. Diese Freundschaft wollen wir bewahren, pflegen und an die nächste Generation weitergeben.“
Das Jubiläum machte einmal mehr deutlich, dass das Vergleichsschießen weit über den sportlichen Wettkampf hinausgeht. Es steht für Zusammenhalt, Verlässlichkeit und ein gemeinsames jagdliches Selbstverständnis.
Der Landesjagdverband Thüringen bedankt sich herzlich bei den Gästen aus der Steiermark, allen teilnehmenden Schützen sowie den Organisatoren und Helfern, die zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beigetragen haben.
Nach 30 Jahren steht fest: Aus sportlichem Wettbewerb ist eine echte Freundschaft geworden – und diese soll auch in Zukunft fortbestehen.
Weidmannsheil und auf viele weitere gemeinsame Begegnungen zwischen Thüringen und der Steiermark!