Foto von einem Fuchs der Rebhühner jagd zum Blogbeitrag Jagdstrecke 2025/26 in Thüringen

Jagdstrecke 2025/26 in Thüringen

Jagdstrecke 2025/26 in Thüringen: Mehr Schalenwild erlegt – Niederwild bleibt Sorgenkind

Die Thüringer Jägerinnen und Jäger haben im Jagdjahr 2025/26 insgesamt 89.984 Stück Schalenwild erlegt. Das entspricht einem Anstieg von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem vierthöchsten Streckenergebnis seit 1990/91. Während insbesondere die Rehwildstrecke deutlich zunahm, bleibt die Situation vieler klassischer Niederwildarten besorgniserregend.

Rehwild mit deutlichem Streckenanstieg

Mit 45.366 Stück Rehwild wurde die höchste Strecke unter den Schalenwildarten erzielt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs um 4.303 Stück. Besonders auffällig ist der Anstieg in den privaten Jagdbezirken um 14,5 Prozent.

Auch beim Rotwild (6.724 Stück), Damwild (2.386 Stück) und Muffelwild (2.044 Stück) wurden höhere Strecken als im Vorjahr registriert.

Die Schwarzwildstrecke ging dagegen um 1.470 Stück auf 33.464 Wildschweine zurück.

Die Zahlen

Wildunfälle bleiben ein ernstes Problem

Besonders nachdenklich stimmt der hohe Anteil an Fall- und Unfallwild. Allein beim Rehwild wurden 3.544 Verkehrsopfer registriert. Hinzu kommen 1.169 Stück sonstiges Fallwild.

Auch beim Feldhasen ist die Situation alarmierend: Von insgesamt 1.256 erfassten Feldhasen entfielen rund 41 Prozent auf Unfallwild.

Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr die Bedeutung einer konsequenten Wildunfallprävention und eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Wildtieren.

Niederwild weiterhin unter Druck

Trotz einzelner leichter Zuwächse verharren die Jagdstrecken klassischer Niederwildarten auf einem sehr niedrigen Niveau.

Beim Fasan wurden lediglich 174 Stück erfasst. Besonders kritisch bleibt die Situation des Rebhuhns: Hier wurden landesweit ausschließlich 22 Stück Fall- und Unfallwild gemeldet.

Gleichzeitig zeigen die Streckenergebnisse der Prädatoren weiterhin hohe Werte: 19.037 Füchse und 18.372 Waschbären wurden registriert. Bei der invasiven Nilgans lag die Strecke bei 947 Stück.

Die Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, Lebensraumverbesserung, Niederwildhege und ein gezieltes Prädatorenmanagement stärker miteinander zu verbinden.

Fazit des Landesjagdverbandes Thüringen

Hohe Jagdstrecken allein sind kein Maßstab für eine erfolgreiche und nachhaltige Jagd. Entscheidend sind gesunde, artenreiche Wildbestände, geeignete Lebensräume und eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung.

Der deutliche Anstieg der Schalenwildstrecke zeigt die umfangreiche jagdliche Arbeit in Thüringen. Gleichzeitig dürfen die anhaltend niedrigen Niederwildstrecken nicht aus dem Blick geraten.

Insbesondere Feldhase, Fasan und Rebhuhn benötigen weiterhin unsere besondere Aufmerksamkeit. Neben einer konsequenten Lebensraumverbesserung sind ein wirksames Prädatorenmanagement und die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft unverzichtbar.

Auch die hohe Zahl der Wildunfälle bleibt eine gemeinsame Herausforderung für Jägerschaft, Verkehrsteilnehmer und zuständige Behörden.

Unser Anspruch als LJVT: Jagd muss Wildbestände verantwortungsvoll bewirtschaften, Lebensräume erhalten und einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leisten. Dafür brauchen wir fachlich fundierte Entscheidungen, praxistaugliche Rahmenbedingungen und eine starke Jägerschaft vor Ort.

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