Foto aus der Küche Produktion zum Waschbär auf den Teller

Waschbär auf dem Teller

Waschbär auf dem Teller – Artenschutz, Jagd und nachhaltige Verwertung

Waschbär essen – und damit einen Beitrag zum Artenschutz leisten? Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) hat der Landesjagdverband Thüringen e. V. einen Film produziert, der Jagdpraxis, Naturschutz und die sinnvolle Verwertung des Waschbären miteinander verbindet.

Der Waschbär ist längst nahezu flächendeckend in Thüringen angekommen. Als anpassungsfähiger Allesfresser nutzt er unterschiedlichste Lebensräume – vom Wald und der Feldflur bis hinein in Städte und Gemeinden. Gleichzeitig kann er insbesondere für boden- und höhlenbrütende Vögel, Amphibien, Reptilien und andere gefährdete Arten zu einem zusätzlichen Belastungsfaktor werden.

Der Landesjagdverband Thüringen hat sich deshalb bereits mit seiner Stellungnahme „Waschbär in Thüringen – politische Debatte“ ausführlich in die Diskussion eingebracht. Aus Sicht des LJVT braucht es ein langfristiges, praxisnahes und ressortübergreifendes Management. Dazu gehören unter anderem eine Stärkung der Fallenjagd, praktikable Lösungen für die Verwertung und Entsorgung, ein angemessener Aufwendungsersatz sowie bessere Handlungsmöglichkeiten auch in befriedeten Bezirken. Ebenso wichtig sind Monitoring, Forschung und eine sachliche Öffentlichkeitsarbeit.

Von der politischen Debatte in die jagdliche Praxis

Doch wie sieht der Umgang mit dem Waschbären ganz konkret aus?

Genau hier setzt der gemeinsam von DJV und LJVT produzierte Film an. Alexander WeiĂź, Niederwildobmann des Landesjagdverbandes ThĂĽringen, und LJVT Obmann Stefan Wolfram ordnen die Situation sowohl aus jagdpraktischer als auch aus naturschutzfachlicher Sicht ein.

Dabei geht es nicht darum, den Waschbären zum „Feindbild“ zu erklären. Vielmehr muss eine invasive und inzwischen weit verbreitete Art differenziert betrachtet und dort konsequent gemanagt werden, wo heimische Arten und sensible Lebensräume unter Druck geraten.

Für die Jägerschaft bedeutet das auch Verantwortung: Wenn Tiere im Rahmen eines notwendigen Wildtiermanagements erlegt werden, sollte eine hochwertige und sinnvolle Nutzung nach Möglichkeit dazugehören.

Nachhaltig, regional – und überraschend lecker

Dass Waschbär nicht zwangsläufig entsorgt werden muss, sondern auch als hochwertiges Lebensmittel genutzt werden kann, zeigt das Lindeneck in Weimar.

Zubereitung Waschbär tatsächlich auf den Teller

Dort kommt Waschbär tatsächlich auf den Teller. Damit wird aus einem erlegten Tier ein regionales Lebensmittel – statt eine wertvolle Ressource ungenutzt zu lassen.

Foto vom fertigen Waschbärgericht

Gerade dieser Gedanke gehört für den LJVT zu einer verantwortungsvollen Jagd:

Wer Wild entnimmt, sollte es nach Möglichkeit auch sinnvoll verwerten. Wildbret stammt aus freier Natur, benötigt keine industrielle Tierhaltung und kann bei fachgerechter Gewinnung und Verarbeitung ein hochwertiges regionales Lebensmittel sein.

Beim Waschbären kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Seine Bejagung kann Bestandteil aktiver Artenschutzmaßnahmen sein. Die anschließende Verwertung verbindet damit Wildtiermanagement, Nachhaltigkeit und bewussten Fleischkonsum.

Natürlich gelten auch hier klare lebensmittelrechtliche und hygienische Anforderungen. Waschbärfleisch gehört ausschließlich in fachkundige Hände und muss vor dem Verzehr insbesondere der vorgeschriebenen Trichinenuntersuchung unterzogen werden.

Waschbär auf dem Teller - Essen für den Artenschutz?

Wie schmeckt Waschbär eigentlich? Wie wird er fachgerecht zubereitet? Warum ist seine Bejagung aus Sicht von Jagd und Naturschutz notwendig – und weshalb kann die anschließende Nutzung als Lebensmittel sogar besonders nachhaltig sein?

Alexander WeiĂź und Stefan Wolfram nehmen euch im Film mit in die Praxis. Und im Lindeneck in Weimar zeigt sich schlieĂźlich, dass verantwortungsvolles Wildtiermanagement und kulinarischer Genuss durchaus zusammenpassen.

Warum Waschbär nachhaltig, lecker und zugleich sinnvoll für den Artenschutz sein kann, erfahrt ihr in unserem gemeinsamen Film mit dem Deutschen Jagdverband.

Film ab – und vielleicht auch einmal über den eigenen kulinarischen Tellerrand hinausblicken!

Impressionen von der Filmproduktion

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