Jagdhorngruppe Seebach feiert ihr 30-jähriges Jubiläum – Immer viel Luft in den Wangen und gute Laune
ein Beitrag von Uwe Thrum
Wernburg. Am Samstagabend (4.7.2026) erfüllten bezaubernde Jagdhornklänge die Lüfte über dem Vorwerk Seebach südlich von Wernburg. Allerdings nicht als Abschluss einer Jagd, sondern zu den Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Jagdhorngruppe Seebach.
„Eigentlich hätten wir uns am 13. Februar hier treffen müssen, wie es im Jahr 1996 zehn mutige Förster und Jäger getan hatten, aber wir wollten günstigeres Wetter für unsere Feier abwarten“, begrüßte Hornmeister Oliver Müller die geladenen Gäste – darunter Familienangehörige und Freunde der Jagdhornspieler sowie Förderer und Unterstützer der Gruppe. Müller dankte dem Wettergott für angenehme Temperaturen in Erinnerung an das zurückliegende Wochenende mit Hitzerekorden.
„30 Jahre gemeinsam mit dem Jagdhorn musizieren, ist schon was Besonderes. Eine so lange Zeit schaffen nicht Viele. Das hält manche Ehe nicht aus“, würdigte die Bürgermeisterin von Wernburg, Angela Sprigade, den Zusammenhalt der Jagdhornspieler, zu denen momentan zehn Männer und zwei Frauen gehören. Auch die Vorsitzende der Jägerschaft Pößneck e.V., Ilona Rahmelow, gratulierte mit dem Vorstand ihrer Jagdhorngruppe Seebach zum Jubiläum. Selbst Christian Herrgott, Landrat des Saale-Orla-Kreises, überbrachte persönlich seine Glückwünsche zu diesem herausragenden Ereignis.
Wie in einer langjährigen Ehe gibt es für die Mitglieder der Gruppe Höhen und Tiefen. So werden bei den einmal wöchentlich stattfindenden Proben nicht nur geläufige Stücke wiederholt, sondern neue einstudiert. Man will sich weiterentwickeln, so der Anspruch. Und das geht nur mit Beharrlichkeit aller und „einem guten Leiter, der auf die entscheidenden Details achtet und nachschärft“, beschrieb Andreas Mannheim die konzentrierte Arbeit während der Proben, die manchmal bis zum Schlappwerden der Lippen geht. Im gleichen Atemzug betonte er, dass zudem viel gelacht, Trauriges, wie Krankheit und Tod, auf mehrere Schultern verteilt wird, und man sich über schöne Urlaubserlebnisse und das Zeitgeschehen austauscht.
Uwe Thrum, einer der Herren der ersten Stunde, von denen heute noch fünf aktiv dabei sind, sieht in dem Wandel der personellen Zusammensetzung eine weitere Herausforderung für die Bläsergruppe. „Die anderen sind, zum Teil aus beruflichen Gründen, gegangen, ein Bläser ist verstorben, neue sind hinzugekommen“, berichtete er. Mit Blick auf das Durchschnittsalter der Mitglieder wünschen sich diese jüngere Interessierte, damit die Tradition noch lange weitergeführt werden kann.
Über die Jahre haben die Jagdhornbläser mit dem relativ kleinen Fürst-Pless-Horn und seinen beiden größeren Verwandten, dem Parforce- und Waldhorn, ein umfangreiches Repertoire eingeübt. Dies umfasst zahlreiche jagdliche Signale, zackige Märsche, andächtige Stücke sowie Volks- und Weihnachtslieder. Damit begleitet die Gruppe musikalisch Jagden, Geburtstagsfeiern, Beerdigungen und Gottesdienste. Besonders eindrucksvolle Klangerlebnisse bereitet das Jagdhornspiel in Kirchen, wie es in derer in Köthnitz und Schleiz schon öfter der Fall war. „Wir nehmen auch gerne an überregionalen Bläsertreffen teil, um unser Können zu zeigen, uns mit anderen Spielern zu messen und natürlich neue Ideen zu bekommen“, berichtete Eckhardt Broska, der für die Proben als stellvertretender Hornmeister den weitesten Weg aus Uhlstädt auf sich nimmt.
Die Jagdhornbläser sind besonders stolz, dass sie seit einigen Jahren bei ihren Auftritten ihre schönen Trachtenanzüge mit Hüten tragen können. Diese hatten sie im Jahr 2022 nur mit voller Unterstützung ihrer Förderer und Gönner beschaffen können.
Nach dem Vorspiel ausgewählter Musikstücke genossen alle in gemütlicher Runde das in der Zwischenzeit zubereitete Fleisch der Wildsau, die dafür rechtzeitig unweit im Wald erlegt worden war. Ein Großes Dankeschön und ein kräftiger Waidmannsdank an alle Beteiligten die zum Gelingen des Festes beigetragen haben!