Weiterer Wolf Reproduktionsnachweis in Thüringen: Territorium Kalmberg jetzt als Wolfsrudel bestätigt
In Thüringen gibt es einen weiteren bestätigten Reproduktionsnachweis beim Wolf. Wie das zuständige Wolfsmonitoring mitteilte, wurde das Territorium Kalmberg nach den nationalen Monitoringstandards vom Status „Paar“ auf „Rudel“ hochgestuft.
Bereits seit dem Jahr 2024 wurden im Bereich des Kalmbergs wiederholt Wölfe nachgewiesen. Über einen längeren Zeitraum war unklar, um welche Tiere es sich dabei handelte. Im Verlauf des Jahres 2025 verdichteten sich die Hinweise auf eine dauerhaft ansässige Wolfsfähe mit der Kennung GW3986f. Die wiederkehrenden Nachweise weiterer Wölfe deuteten zunächst auf verschiedene durchziehende Rüden hin.
Erst Ende 2025 zeigten Fotofallenaufnahmen zwei gemeinsam im Gebiet des Kalmbergs unterwegs befindliche Wölfe. Im Frühjahr 2026 gefundene DNA-Proben bestätigten die bekannte Fähe sowie einen Rüden mit der Kennung GW4856m als territoriales Paar.
Im Juni 2026 gelang schließlich der entscheidende Nachweis: Fotofallenaufnahmen dokumentierten eine Fähe mit Gesäuge und damit den ersten Nachwuchs im Territorium Kalmberg. Nach den bundesweit geltenden Monitoringstandards gilt das Gebiet damit nun offiziell als Wolfsrudel.
LJVT-Präsident Ludwig Gunstheimer erklärt dazu:
„Die Jägerschaft in Thüringen unterstützt ein sachliches und wissenschaftlich fundiertes Wolfsmonitoring. Unsere ausgebildeten Wolfsbeauftragten leisten einen wichtigen Beitrag zur Datenerhebung im Land. Gleichzeitig brauchen wir praktikable Lösungen, die den Schutz der Weidetierhalter ebenso berücksichtigen wie den Artenschutz.“
Aus Sicht des Landesjagdverbandes Thüringen zeigt die Bestätigung des Wolfsnachwuchses und der Statuswechsel vom Paar zum Rudel erneut, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wissenschaft und der Jägerschaft ist. Nur durch ein verlässliches Monitoring und klare Regelungen kann der Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation langfristig erfolgreich gestaltet werden.
Der Landesjagdverband Thüringen wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und sich weiterhin für einen sachlichen, faktenbasierten Umgang mit dem Wolf in Thüringen einsetzen.