Liebesrausch auf vier Beinen: Jetzt steigt die Gefahr von Wildunfällen in Thüringen
Landesjagdverband Thüringen und ADAC appellieren an Autofahrer !
Gefahr von Wildunfällen in Thüringen 2026: Wenn Amor durch Thüringens Wälder streift, wird es auf den Straßen gefährlich: Mit Beginn der Rehbrunft steigt das Risiko von Wildunfällen deutlich an. Der Landesjagdverband Thüringen e.V. (LJVT) warnt gemeinsam mit dem ADAC Hessen-Thüringen e.V. vor einer erhöhten Unfallgefahr und ruft alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht auf.
Statistisch ereignet sich in Thüringen etwa jede Stunde ein Wildunfall. Besonders in den Sommermonaten sorgt die Paarungszeit des Rehwildes für ein deutlich erhöhtes Risiko.
Wenn die Liebe blind macht
Während der sogenannten Rehbrunft verlieren Rehböcke sprichwörtlich den Blick für ihre Umgebung. Auf der Suche nach paarungsbereiten Ricken legen sie große Strecken zurück, verlassen ihre gewohnten Reviere und überqueren Straßen oft völlig unvermittelt.
Anders als im übrigen Jahr beschränkt sich die Aktivität des Rehwildes dabei nicht auf die Morgen- und Abendstunden. Während der Brunft sind Rehe nahezu rund um die Uhr unterwegs.
„Viele Verkehrsteilnehmer rechnen tagsüber nicht mit Wildwechsel. Genau das macht die Brunftzeit so gefährlich“, erklärt der Landesjagdverband Thüringen.
Gefahr von Wildunfällen in Thüringen lauert nicht nur am Waldrand
Besonders aufmerksam sollten Autofahrer an Feldrändern, Mais-, Raps- und Getreideschlägen sowie an unübersichtlichen Kurvenbereichen sein. Dort bleibt Wild oft bis zum letzten Moment verborgen.
Wildwechsel-Schilder sind dabei keine Dekoration, sondern weisen auf bekannte Wander- und Wechselkorridore des Wildes hin. Wer hier Geschwindigkeit reduziert und bremsbereit bleibt, kann Leben retten – das eigene und das der Tiere.
Gemeinsam für mehr Verkehrssicherheit
Der Landesjagdverband Thüringen arbeitet eng mit dem ADAC Thüringen zusammen, um auf die Gefahren von Wildunfällen aufmerksam zu machen. Beide Organisationen verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel:
Menschen schützen und Tierleid vermeiden.
Jeder verhinderte Wildunfall bedeutet:
weniger verletzte oder getötete Menschen
weniger Sachschäden an Fahrzeugen
weniger Leid für Wildtiere
weniger Nachsuchen auf verletztes Wild
Fotos: Copyright: Steve Bauerschmidt_ ADAC Hessen-Thüringen e.V.
Warum Jäger unverzichtbar sind
Kommt es dennoch zu einem Wildunfall, übernehmen Jäger eine wichtige Aufgabe. Gemeinsam mit speziell ausgebildeten Nachsuchengespannen suchen sie verletztes Wild auf und erlösen es tierschutzgerecht von seinen Leiden.
Darüber hinaus leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zur Prävention:
Sie beobachten Wildwechsel und Wanderbewegungen.
Sie melden Unfallschwerpunkte an Behörden und Verkehrsträger.
Sie unterstützen die Einrichtung von Wildwarnreflektoren und Wildschutzzäunen.
Sie helfen bei der Datenerfassung für wissenschaftliche Auswertungen.
Sie engagieren sich in der Öffentlichkeitsarbeit für mehr Verkehrssicherheit.
Tierfund-Kataster: Jeder kann helfen
Wo passieren besonders viele Wildunfälle? Antworten liefert das Tierfund-Kataster. Dort können Verkehrsteilnehmer Wildunfälle und Totfunde unkompliziert melden.
Die Daten helfen Wissenschaftlern, Straßenbaubehörden und Jägern dabei, Unfallschwerpunkte zu erkennen und gezielt Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier umzusetzen.
Was tun bei einem Wildunfall?
Die 5 wichtigsten Regeln
Unfallstelle sichern und Polizei informieren.
Warnweste tragen und Warndreieck aufstellen.
Abstand zu verletzten Tieren halten.
Wild niemals mitnehmen – das ist strafbar.
Unfallbescheinigung für die Versicherung sichern.
Unser gemeinsamer Appell !
Die Natur kennt keinen Terminkalender – und Rehe keine Verkehrsregeln. Gerade während der Brunftzeit entscheidet oft ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit über Sicherheit oder Unfall.
Deshalb gilt: Fuß vom Gas, Augen auf und Wildwechsel-Schilder ernst nehmen.
Jeder verhinderte Wildunfall ist ein Gewinn – für Mensch, Tier und Natur.
Weidmannsheil!