Sicherheit ist nicht verhandelbar – moderne Jagdtechnik braucht Kompetenz
Ein aktueller, von der PIRSCH aufgegriffener Gerichtsfall, bei dem ein Jäger bei der Jagd einen Freund tödlich traf und anschließend zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, führt auf tragische Weise vor Augen, welche Folgen Fehler bei der Schussabgabe haben können. Der Fall sollte uns als Jägerschaft vor allem eines in Erinnerung rufen: Vor jedem Schuss müssen Ziel, Umfeld und Gefahrenbereich zweifelsfrei beurteilt werden.
Gerade moderne Nachtsicht- und Wärmebildtechnik stellt dabei zusätzliche Anforderungen. Sie ist längst jagdliche Realität – deshalb muss auch die Ausbildung Schritt halten. Der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit dieser Technik sollte künftig einen stärkeren Stellenwert in der Jagdausbildung erhalten. Ebenso sollten regelmäßige Fortbildungsangebote – vergleichbar mit bestehenden Schießnachweisen – diskutiert werden, um Kenntnisse über Technik, Rechtslage, Sicherheit und jagdethische Grenzen aufzufrischen.
„Moderne Technik kann bei der Jagdausübung von Vorteil sein, sie wird jedoch kein Freibrief dafür sein, die Verantwortung für einen verantwortungsvollen und moralisch gebotenen Umgang mit ihr abzulegen. Ausbildung und regelmäßige Weiterbildung müssen deshalb mit der technischen Entwicklung Schritt halten. Die Jagdausübung erfordert zudem eine stetige Aktualisierung des eigenen Wissens im Jagd- und Waffenrecht sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fertigkeiten zur gesetzeskonformen Umsetzung. Technischer Fortschritt braucht Kompetenz – für eine sichere und verantwortungsvolle Jagd.“
Frank Hauffe, Obmann für Aus- und Weiterbildung des Landesjagdverbandes Thüringen e. V.
Aus Sicht des LJVT ist dies zugleich ein Thema für den Deutschen Jagdverband: Gemeinsam sollten zeitgemäße Ausbildungsinhalte und geeignete Fortbildungsangebote weiterentwickelt werden. Sicherheit, Verantwortungsbewusstsein und Waidgerechtigkeit müssen bei jeder technischen Entwicklung an erster Stelle stehen.