Jäger bei der Ernte-Erntezeit ist Jagdzeit – Sicherheit steht an erster Stelle

Erntezeit ist Jagdzeit – Sicherheit an erster Stelle

Empfehlung des Landesjagdverbandes Thüringen zur Durchführung sicherer Erntejagden

Die Erntezeit ist Jagdzeit – aber Sicherheit steht immer an erster Stelle.

Mit Beginn der Getreide-, Raps- und Maisernte rücken die Erntejagden wieder in den Fokus. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Wildtiermanagements und leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Wildschäden, insbesondere durch Schwarzwild. Gleichzeitig stellen sie alle Beteiligten – Jäger, Landwirte und Jagdleiter – vor besondere Herausforderungen.

Der Landesjagdverband Thüringen (LJVT) empfiehlt daher, Erntejagden sorgfältig vorzubereiten und konsequent nach den Vorgaben der Unfallverhütungsvorschrift Jagd (UVV Jagd) sowie den geltenden gesetzlichen Bestimmungen durchzuführen.

Sicherheit ist keine Empfehlung – sie ist Pflicht

Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (DGUV Vorschrift 114-018) ist für alle Jagden verbindlich und dient dem Schutz aller Jagdbeteiligten. Jeder Teilnehmer einer Gesellschaftsjagd ist verpflichtet, diese Vorschriften einzuhalten. Die wesentlichen Sicherheitsregeln finden sich zudem auf der Rückseite des Jagdscheins.

Für Erntejagden bedeutet dies insbesondere:

  • Der Jagdleiter trägt die Verantwortung für die sichere Organisation der Jagd und weist alle Teilnehmer vor Beginn umfassend ein.

  • Schützen dürfen nur von sicheren Ständen aus schießen. Erhöhte Ansitzeinrichtungen oder mobile Drückjagdböcke sind insbesondere im flachen Gelände die sicherste Lösung, da sie einen ausreichenden Schusswinkel und einen sicheren Kugelfang gewährleisten. In Abstimmung mit den Landwirten können mobile Einrichtungen direkt an den Schlägen aufgestellt werden.

  • Der Kugelfang ist ausschließlich gewachsener Boden. Schüsse ohne sicheren Kugelfang sind unzulässig.

  • Es darf niemals in Richtung von Erntemaschinen, Treibern, Hundeführern, Straßen oder anderen Jagdteilnehmern geschossen werden.

  • Der zugewiesene Stand wird grundsätzlich nicht eigenmächtig verlassen.

  • Warnkleidung ist Pflicht. Alle Teilnehmer sollten gut sichtbar Warnwesten oder vergleichbare Signalkleidung tragen.

  • Alkohol und Jagd schließen sich aus. Während der Jagd gilt ein striktes Alkoholverbot.

  • Kurze Schussentfernungen erhöhen die Sicherheit

Erntejagden sind keine Weitschussdisziplin. Flüchtendes Schwarzwild bietet nur auf kurze Distanzen eine waidgerechte und sichere Schusschance.

Der LJVT empfiehlt deshalb:

  • Schüsse grundsätzlich nur auf kurze Entfernungen, in der Regel bis maximal etwa 60 Meter, abzugeben.

  • Jeder Schütze muss seine persönliche Schießleistung realistisch einschätzen.

  • Besonders im ebenen Gelände ist das Hinterland ständig zu kontrollieren, da Geschosse erhebliche Entfernungen zurücklegen können.

Verkehrssicherung nicht vergessen

Erntejagden finden häufig in unmittelbarer Nähe von Straßen, Feldwegen oder Radwegen statt.

Der Jagdleiter sollte deshalb:

  • Gefahrenbereiche mit Warnschildern kenntlich machen,
  • bei Bedarf die örtliche Polizei oder Ordnungsbehörde über größere Jagdmaßnahmen informieren,
  • den Jagdbetrieb so organisieren, dass unbeteiligte Personen nicht gefährdet werden,
  • Konzentration auf das Wesentliche

 

Während der Ernte steht in erster Linie die Bejagung des Schwarzwildes im Vordergrund. Die Bejagung von Raubwild kann – insbesondere im Niederwildrevier – sinnvoll sein. Schalenwild wie Reh-, Rot- oder Damwild sollte hingegen nur dann bejagt werden, wenn dies sicher und jagdlich sinnvoll möglich ist.

Unser Appell – Erntezeit ist Jagdzeit – Sicherheit an erster Stelle

Erntejagden gelingen nur im engen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft. Gute Planung, klare Kommunikation und die konsequente Einhaltung der UVV Jagd sind die Grundlage für einen sicheren und erfolgreichen Jagdtag.

Der Landesjagdverband Thüringen appelliert deshalb an alle Jagdleiter und Jagdteilnehmer:

Sicherheit geht immer vor Jagderfolg. Jeder Schuss muss verantwortbar sein. Wer die gesetzlichen Vorgaben und die Unfallverhütungsvorschriften konsequent beachtet, schützt Menschenleben, handelt waidgerecht und stärkt das Vertrauen in eine verantwortungsvolle Jagd. Nur so bleiben Erntejagden das, was sie sein sollen: ein wichtiger Beitrag zum Wildtiermanagement – sicher, professionell und partnerschaftlich.

In diesem Sinne wünschen wir allen Beteiligten ein kräftiges Weidmannsheil, unfallfreie Erntejagden und eine stets gesunde Heimkehr ins Revier und zu den Familien.

Weidmannsheil!

Broschüre Erntejagd

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